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Somatische Therapie für frühe Traumata/ kPTBS

Somatische Therapie für frühe Traumata/ kPTBS

Reaktion auf traumatisches Erlebnis: eigene Erfahrung
Diagnose

Statt Symptome diagnostiziert zu bekommen und zu behandeln (bspw. Depression) würde es vielen Menschen helfen, wenn frühe traumatische Erfahrungen als Ursachen (an-)erkannt und die Bedeutung des Nervensystems vermittelt würden. Ergänzend zu den bekannten Therapieverfahren müssten dringend körperorientierte/ somatische Verfahren von Krankenkassen finanziert und empfohlen werden. Die Bedeutung und Wirkungsweise körperorientierter Verfahren sollten mehr im Fokus der Forschung stehen.

Kommentare

Gespeichert von SSJKamui am Sa., 02.03.2024 - 11:52

Zum Teil ja. Zum Teil haben die Kognitionsleute aber Recht, dass sich die Psychoanalyse zu sehr mit traumatischen Ereignissen in der Vergangenheit beschäftigte und die Gegenwart vernachlässigte. (Nur da ist Kognitionstherapie wiederum das andere Extrem und ignoriert sogar die Lebensrealität der Patienten. Man bräuchte wahrscheinlich stattdessen nen gesunden Mittelweg.)

Die anerkannten Verfahren sind sicherlich auch kritisch zu würdigen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Mir geht es in meinem Beitrag v.a. um die fehlende Anerkennung körperorientierter Verfahren. Das ist in meinen Augen eine große Lücke (somatische Ansätze, Tanztherapie u.a.m.).

Gespeichert von Blüte am Ast am Mo., 04.03.2024 - 12:14

Ich denke, da muss immer differenziert werden. Es kann notwendig sein frühe Traumata aufzudecken und innerhalb der Therapie aufzuarbeiten, was vorübergehend den Bezug zur Gegenwart vernachlässigt. Wenn dieses frühe Traumata aber Ursache für die Aufrechterhaltung dysfunktionaler Muster auf emotionaler und kognitiver Ebene ist, lässt sich diese Nebenwirkung in Kauf nehmen, solange später ein Rückbezug zur Gegenwart hergestellt wird. Selbstverständlich liegt nicht allen Störungsbildern eine Traumatisierung zugrunde, daher sollte das therapeutische Vorgehen und die Zielsetzung transparent und kontinuierlich im Prozess reflektiert werden.
Ich bin aber auch der Auffassung, dass mehr Aufklärung über neurologische Veränderungen durch Traumata gegenüber Betroffenen und mehr Forschung zur Wirksamkeit körperorientierter Verfahren notwendig sind.

Gespeichert von buechermaus am Di., 05.03.2024 - 21:45

Empfehlung Bruce D. Perry. Sehr gute Forschung und interessante Ergebnisse. Um Behandlungen als Kassenleistung zu bekommen, brauchen wir Evidenzen.

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